Retinal (Retinaldehyd) ist eine Form von Vitamin A, die deine Haut nur noch einen einzigen Schritt umwandeln muss, bevor sie wirkt. Es unterstützt die Zellerneuerung und die Bildung von Kollagen und kann so feine Linien, Pigmentflecken und fahle Haut sichtbar verbessern.
Von Eddy (Eun-Hae Kim), Gründerin von Areum Labs · Aktualisiert am 12.10.2026
Retinal auf einen Blick
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was ist Retinal? | Ein Retinoid, also eine Form von Vitamin A |
| Andere Namen | Retinaldehyd, Retinaldehyde (INCI: Retinal) |
| Wie nah an der Wirkform? | Eine Umwandlungsstufe vor der Retinsäure, eine Stufe näher als Retinol |
| Was unterstützt Retinal? | Zellerneuerung und Kollagenbildung |
| Sichtbar bei | feinen Linien, nachlassender Spannkraft, Pigmentflecken, fahler Haut |
| Für wen? | Ab Anfang 30, besonders in Perimenopause und Postmenopause |
| Nicht empfohlen | In Schwangerschaft und Stillzeit |
| Anwendung | Abends, über etwa acht Wochen langsam einführen |
| Dazu immer | Täglich Sonnenschutz |
Die Linien um die Augen bleiben, auch wenn du ausgeschlafen bist. Die Haut wirkt dünner, weniger prall, und Pigmentflecken verblassen nicht mehr wie früher. Vielleicht hast du schon einiges ausprobiert, und nichts hat wirklich etwas verändert.
Das liegt nicht am Alter allein. Ein Mechanismus spielt eine große Rolle: deine Hormone. Mit ihnen verändert sich, wie schnell sich deine Haut erneuert und wie viel Kollagen sie bildet. Genau an diesen beiden Stellen setzt Retinal an. Hier erfährst du, was Retinal ist, wie es sich von Retinol unterscheidet und wie du es so einführst, dass deine Haut es gut annimmt.
Was ist Retinal und wie wirkt es?
Retinal gehört zu den Retinoiden, einer Familie von Vitamin-A-Derivaten. Deine Haut kann nur eine Form davon direkt nutzen: die Retinsäure. Alle anderen Formen wandelt sie erst Schritt für Schritt in Retinsäure um.
Ist Retinsäure in der Zelle angekommen, gibt sie das Signal, schneller neue Zellen zu bilden und mehr Kollagen aufzubauen. Die Haut wird dadurch mit der Zeit dichter, ebenmäßiger und praller1. Wie messbar das ist, zeigt eine Studie an natürlich gealterter Haut: Nach 24 Wochen mit Retinol bildete die Haut deutlich mehr Kollagen, und feine Linien gingen zurück2. Das ist der Grund, warum Retinoide zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der Hautpflege zählen.
Retinal oder Retinol: was ist der Unterschied?
Retinal muss die Haut nur einmal in Retinsäure umwandeln, Retinol zweimal: Das ist der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Retinoiden. Je kürzer der Weg zur Retinsäure, desto mehr Wirkstoff kommt dort an, wo er gebraucht wird.
| Retinoid | Schritte bis zur Wirkform | Wo du es findest |
|---|---|---|
| Retinylester (z. B. Retinyl Palmitate) | drei | Kosmetik, sehr mild |
| Retinol | zwei | Kosmetik, weit verbreitet |
| Retinal | einer | Kosmetik, seltener formuliert |
| Retinsäure (Tretinoin) | keiner | Arzneimittel, nur auf Rezept |
Retinal ist also eine Stufe näher an der Wirkform als Retinol. Das ist auch der Grund, warum es seltener verwendet wird: Retinal ist lichtempfindlich und anspruchsvoll in der Formulierung.
Wie gut das funktioniert, zeigt eine vehikelkontrollierte Studie über 44 Wochen mit 125 Teilnehmenden3. Retinal in 0,05 Prozent verbesserte feine Linien und Falten in einem ähnlichen Maß wie die verschreibungspflichtige Retinsäure in gleicher Konzentration. Retinal wurde dabei besser vertragen.
Schon früher hatte eine Studie gezeigt, dass Retinal auf der Haut ähnliche biologische Signale auslöst wie Retinsäure, bei deutlich weniger Reizung4. Deshalb gilt Retinal als guter Mittelweg: näher an der Wirkung, aber kosmetisch gut einsetzbar.
Und im Vergleich zu Retinol? Weil Retinal einen Umwandlungsschritt weniger braucht, ist es chemisch betrachtet das potentere der beiden Retinoide. Im Tiermodell erhöhte Retinal den Gehalt an Retinsäure in der Haut und war biologisch aktiv5.
Warum passt Retinal so gut zur Haut im hormonellen Wandel?
Retinal passt zur Haut im hormonellen Wandel, weil es genau die zwei Vorgänge unterstützt, die mit sinkendem Östrogen nachlassen: Zellerneuerung und Kollagenbildung. Östrogen ist für deine Haut mehr als ein Fortpflanzungshormon. Es hält die Kollagenbildung in Gang und sorgt dafür, dass sich die Haut zügig erneuert. Sinkt der Östrogenspiegel in der Perimenopause und nach der Menopause, verlangsamen sich beide Vorgänge.
Das ist messbar: In den ersten fünf Jahren nach der Menopause verliert die Haut bis zu 30 Prozent ihres Kollagens6. Die Folge spürst du als weniger Spannkraft, tiefere Linien und eine Haut, die sich dünner anfühlt.
Klassische „Anti-Aging“-Produkte, die vor allem auf Hyaluronsäure bauen, setzen nicht dort an, wo das Problem entsteht. Sie polstern die Oberfläche mit Feuchtigkeit auf, ändern aber nichts daran, wie langsam die Haut sich erneuert. Retinal setzt genau dort an: Es unterstützt die Zellerneuerung und die Kollagenbildung, also die beiden Vorgänge, die mit dem hormonellen Wandel nachlassen.
Auch wenn du erst Anfang 30 bist, spielen Hormone schon eine Rolle, vor allem das Stresshormon Cortisol. Job, Alltag und zu wenig Schlaf sieht man der Haut an. Retinal ist deshalb nicht nur für die Wechseljahre gedacht, sondern für jede Frau, die sich eine sichtbare Veränderung im Erscheinungsbild ihrer Haut wünscht. Wir nennen das Beautiful Aging.
Wie wende ich Retinal richtig an?
Retinal gehört in deine Abendroutine, nach der Reinigung und einem Serum, auf die trockene Haut. Eine erbsengroße Menge reicht für das ganze Gesicht. Spare die empfindliche Haut direkt an Augenlidern, Nasenflügeln und Mundwinkeln aus.
Das Wichtigste ist Geduld beim Start. Deine Haut braucht einige Wochen, um sich an Retinal zu gewöhnen. So führst du es ein:
| Woche | Wie oft | An den anderen Abenden |
|---|---|---|
| 1 bis 3 | 1 bis 2 Mal pro Woche, mindestens 2 Tage Pause | deine gewohnte Nachtpflege |
| 3 bis 5 | 3 Mal pro Woche, mindestens 1 Tag Pause | deine gewohnte Nachtpflege |
| 5 bis 7 | jeden zweiten Abend | deine gewohnte Nachtpflege |
| ab Woche 8 | jeden Abend, wenn deine Haut es gut verträgt | entfällt |
Ist es normal, dass meine Haut am Anfang reagiert?
Ja, in den ersten Wochen mit Retinal kann sich deine Haut trockener anfühlen, leicht schuppen oder etwas röter sein. Das ist die Eingewöhnung und lässt meist nach, sobald deine Haut sich umgestellt hat. Manchmal zeigen sich auch kurz mehr Unreinheiten, weil sich die Haut schneller erneuert. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über Purging.
Brennt deine Haut deutlich, juckt sie stark oder bleibt die Reizung länger als ein paar Tage, mach eine Pause. Setz dann mit längeren Abständen neu an, und sprich bei anhaltenden Beschwerden mit deiner Dermatologin.
Brauche ich mit Retinal Sonnenschutz?
Ja, Sonnenschutz brauchst du jeden Tag, mit oder ohne Retinal. Lange hieß es, Retinoide machten die Haut lichtempfindlich. Die Forschung sieht das heute differenzierter: In vier kontrollierten Studien senkte selbst die verschreibungspflichtige Retinsäure die Schwelle für einen Sonnenbrand nicht7. Retinal und Retinol nehmen UV-Licht sogar selbst auf und schützten im Tiermodell die Haut vor UVB-Schäden am Erbgut8.
Warum Retinal trotzdem in die Abendroutine gehört: Retinal ist selbst lichtempfindlich und wird von UV-Strahlung abgebaut, nachts kann es ungestört arbeiten. Und Sonnenschutz brauchst du ohnehin, denn UV-Strahlung ist die Hauptursache für Pigmentflecken und Kollagenabbau. Ohne ihn kommen Pigmentflecken immer wieder, egal welche Pflege du verwendest.
Kann ich Retinal in der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden?
Nein. In Schwangerschaft und Stillzeit empfehlen wir kein Retinal und auch keine anderen Retinoide. Der Grund: Studien zur Sicherheit von Retinal in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es nicht, und aus ethischen Gründen werden sie auch nicht durchgeführt. Deshalb gilt hier das Vorsichtsprinzip. Für diese Zeit haben wir das Face the Day Set zusammengestellt, das ganz ohne Retinal auskommt. Nach dem Abstillen kannst du wieder mit Retinal beginnen, am besten mit dem Eingewöhnungsplan oben.
Was hat The Zzz mit Retinal zu tun?
The Zzz ist unsere Nachtpflege mit Retinal, ein Retinal-Serum für die Nacht. Wir haben Retinal gewählt, weil es eine Stufe näher an der Wirkform ist als Retinol und trotzdem gut verträglich formuliert werden kann.
Retinal arbeitet in The Zzz nicht allein. Bakuchiol, ein pflanzlicher Wirkstoff, ist sein Partner: Er kann mögliche Reizungen durch Retinal mildern und ergänzt dessen Wirkung. Ein Peptid (Matrixyl synthe'6) unterstützt die Haut dabei, wichtige Bausteine ihres Bindegewebes wie Kollagen neu zu bilden. Und weil Retinal lichtempfindlich ist, steckt es in einer Verkapselung, die es stabil hält und gleichmäßig über die Nacht abgibt.
Dazu kommen Öle aus der Pflanzenkunde: Sanddornöl mit seiner seltenen Omega-7-Fettsäure und Hagebuttenöl, das traditionell zur Regeneration verwendet wird. Sie pflegen die Haut, während Retinal arbeitet.
In der Routine ist es ganz einfach: abends Daily Dose, danach The Zzz. An den Abenden ohne The Zzz in der Eingewöhnung nimmst du The One. Kurze Routine, mehr Wirkstoff.
Häufige Fragen zu Retinal
Ist Retinal wirklich so gut gegen Fältchen und Co.? Ja, Retinal gehört zu den Retinoiden, und Retinoide sind die effektivsten Wirkstoffe für Kollagenbildung, Zellerneuerung und gegen feine Linien, die die Wissenschaft heute kennt. Retinsäure gilt in der Dermatologie als Referenz, an der sich andere Wirkstoffe gegen Hautalterung messen lassen müssen1. Retinal ist die Stufe direkt davor und verbesserte in einer Studie über 44 Wochen feine Linien und Falten ähnlich wie Retinsäure3.
Ist Retinal stärker als Retinol? Retinal ist eine Umwandlungsstufe näher an der Wirkform als Retinol und damit chemisch betrachtet das potentere Retinoid. Deine Haut muss weniger Arbeit leisten, bis der Wirkstoff ankommt. Wie deine Haut darauf reagiert, ist trotzdem individuell, deshalb lohnt sich ein langsamer Start.
Ab welchem Alter ist Retinal sinnvoll? Für Retinal gibt es kein festes Mindestalter. Die gängige Empfehlung lautet, ab Anfang 30 mit Pflege für die Hautalterung zu beginnen. Retinal passt zu jeder Lebensphase, außer zu Schwangerschaft und Stillzeit.
Wann sehe ich erste Ergebnisse? Erste Ergebnisse mit Retinal brauchen Wochen, nicht Tage, denn deine Haut erneuert sich nach und nach. Studien zu Retinal beobachten die Haut über mehrere Monate. Gib deiner Haut mindestens drei Monate regelmäßiger Anwendung, bevor du Bilanz ziehst.
Kann ich Retinal mit Vitamin C kombinieren? Ja, Retinal und Vitamin C lassen sich kombinieren. Die Annahme, Vitamin C und Retinoide vertrugen sich nicht, ist ein Mythos. Hast du sehr empfindliche Haut, kannst du am Anfang abwechseln: Vitamin C morgens, Retinal abends.
Ist Retinal für empfindliche Haut geeignet? Das hängt von deiner Haut ab, und der Start macht den Unterschied. Starte mit ein bis zwei Abenden pro Woche und steigere erst, wenn deine Haut ruhig bleibt. Bei Rosazea oder einer anderen Hauterkrankung sprich vorher mit deiner Dermatologin. Mehr dazu in unserem Artikel über Rosazea.
Muss ich Retinal im Sommer pausieren? Nein, Retinal musst du im Sommer nicht pausieren. Du verwendest es abends, und tagsüber schützt dich dein Sonnenschutz. Den brauchst du mit Retinal jeden Tag, im Sommer wie im Winter.
Wie unterscheide ich Eingewöhnung und Unverträglichkeit? Leichte Trockenheit, feine Schüppchen und kurze Rötungen in den ersten Wochen gehören zur Eingewöhnung. Starkes Brennen, Schwellungen oder Juckreiz nicht. Dann setz Retinal ab und sprich mit deiner Dermatologin.
Kann ich Retinal in der Schwangerschaft verwenden? Nein, Retinal empfehlen wir in Schwangerschaft und Stillzeit nicht, ebenso wenig andere Retinoide. Sicherheitsstudien an Schwangeren gibt es aus ethischen Gründen nicht. Für diese Zeit gibt es das Face the Day Set ohne Retinal.
Ist Retinal rezeptpflichtig? Nein, Retinal ist in Kosmetik frei erhältlich. Verschreibungspflichtig ist nur die Retinsäure (Tretinoin), die als Arzneimittel gilt. Retinal ist die letzte Stufe davor.
Was ist der Unterschied zwischen Retinal und Bakuchiol? Retinal ist ein Retinoid, Bakuchiol ein pflanzlicher Wirkstoff ohne Retinoid-Struktur. In einer Studie über 12 Wochen zeigte Bakuchiol ähnliche Effekte auf Falten und Pigmentierung wie Retinol, mit weniger Reizung9. In The Zzz arbeiten beide zusammen: Bakuchiol ist dort Partner von Retinal, nicht Ersatz.
Quellen
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- Kafi R, Kwak HS, Schumacher WE, et al. Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol). Archives of Dermatology, 2007; 143(5): 606–612.
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- Saurat JH, Didierjean L, Masgrau E, et al. Topical retinaldehyde on human skin: biologic effects and tolerance. Journal of Investigative Dermatology, 1994; 103(6): 770–774.
- Didierjean L, Carraux P, Grand D, et al. Topical retinaldehyde increases skin content of retinoic acid and exerts biologic activity in mouse skin. Journal of Investigative Dermatology, 1996; 107(5): 714–719.
- Brincat M, Versi E, Moniz CF, et al. Skin collagen changes in postmenopausal women receiving different regimens of estrogen therapy. Obstetrics & Gynecology, 1987; 70(1): 123–127.
- Reappraising the phototoxicity of tretinoin: a report of four controlled clinical trials, 2009.
- Sorg O, Tran C, Carraux P, et al. Spectral properties of topical retinoids prevent DNA damage and apoptosis after acute UV-B exposure in hairless mice. Photochemistry and Photobiology, 2005; 81(4).
- Dhaliwal S, Rybak I, Ellis SR, et al. Prospective, randomized, double-blind assessment of topical bakuchiol and retinol for facial photoageing. British Journal of Dermatology, 2019; 180(2): 289–296.

